Die beiden Lieder „Vollendung” und „Die Erde” galten als verloren – bis die Herausgeberin Christa Landon im Winter 1968/1969 im Archiv des Wiener Männergesang-Vereins bei Quellenforschungen für die „Neue Schubert-Ausgabe” einen sensationellen Fund machte: In einem große Komplex von Schubertiana – Autographen und Abschriften –, die der Schubert-Forschung bisher unbekannt waren, fand sich auch die „Abschrift von Fragmenten aus Franz Schuberts eigenhändig geschriebenen Nachlasse”, die vormals im Besitz des Schubert-Biographen Heinrich Kreißle gewesen war; darin die beiden Lieder!

In Schuberts Werkverzeichnis von Otto Erich Deutsch ist „Die Erde” als D 989 eingereiht. In der Anmerkung dazu sind die Lieder „Die Erde” und „Vollendung” irrtümlich als ein Lied beschrieben.

Das Lied „Vollendung” ist darin vollständig überliefert, von dem Lied „Die Erde” fehlen sieben Schlusstakte und der Text der Strophen 2 und 3. Es ist gelungen, Friedrich von Matthisson als Textdichter des Liedes nachzuweisen und die Textvorlagen ausfindig zu machen, die Schubert aller Wahrscheinlichkeit nach zur Verfügung gestanden haben.