„Theodora“ ist neben dem „Messiah“ Händels einziges Oratorium mit christlichem Thema. Im Gegensatz zum „Messiah“ liegt dem 1749 komponierten und 1750 in London uraufgeführten Oratorium jedoch eine dramatische Handlung zugrunde. Schauplatz des Geschehens ist Antiochien zur Zeit des Kaisers Diokletian. Die Christen weigern sich, am heidnischen Opferkult teilzunehmen und ziehen den Märtyrertod vor. Die Handlung konzentriert sich auf die tugendhafte Theodora, die der römische Statthalter durch Zwangsprostitution zum heidnischen Opferdienst zwingen will. Der in Theodora verliebte und von ihr zum Christentum bekehrte römische Offizier Didymus befreit sie aus dem Venustempel, worauf beide vom Statthalter zum Märtyrertod verurteilt werden.

„Theodora“ gilt als Händels „leisestes“ Oratorium. Die Chöre und Arien der Christen tragen gedeckte Farben, Theodoras Arien tun sich durch ihre gemäßigten bis langsamen Tempi sowie ihren „entrückten Tonfall“ in dieser Hinsicht noch besonders hervor. In dramatischem Kontrast dazu stehen die furiosen Arien des Statthalters Valens oder die Chöre der Heiden, die ihren Göttern Jupiter und Venus huldigen. Wie so oft borgte Händel musikalisches Material von anderen Komponisten, das er hier zu expressiven Arien und Chören ausarbeitete. Besonders der Schlusschor des Oratoriums, der in seinem Ausdruck demjenigen von Bachs „Matthäuspassion“ nahe steht, wird in der Literatur immer wieder hervorgehoben. Händel selbst hat „Theodora“ für das bedeutendste unter seinen Werken gehalten.

Der Klavierauszug basiert auf der „Hallischen Händel-Ausgabe“ (BA 4085), die erstmals einen vollständigen kritischen Notentext des Oratoriums bietet. Der Anhang enthält die Fassungen der Aufführungen von 1755 und 1759.

- Erste vollständige kritische Ausgabe nach dem Urtext der „Hallischen Händel-Ausgabe“
- Enthält alle Fassungen
- Zweisprachiges Vorwort (dt./engl.)