Im Gegensatz zur Kindheit Mozarts wusste man bislang von der Jugend Johann Sebastian Bachs sehr wenig – seine frühen Werke wie die Kantate „Christ lag in Todesbanden“ und der „Actus tragicus“ zeigen einen früh vollendeten Komponisten, aber nicht seinen Weg dorthin. In Weimar entdeckten Peter Wollny und Michael Maul Abschriften des zwölf- bis fünfzehnjährigen Bach, die der junge Musiker von Werken Dietrich Buxtehudes und Johann Adam Reinkens angefertigt hatte. Nach dem Faksimile erschien nun eine Transkription der originalen Tabulaturhandschrift als kritische Ausgabe. Sie enthält ein ausführliches Vorwort, in dem über die Quelle und die wahrscheinlichen Umstände ihrer Entstehung berichtet wird. Mit dieser Ausgabe liegt von Reinkens „An Wasserflüssen Babylon“ erstmals ein gesicherter Notentext vor, von Buxtehudes „Nun freut euch, lieben Christen g’mein“ die früheste Quelle. Zwei Choralvorspiele Pachelbels geben die spielpraktische Einrichtung der Zeit wieder; die zahlreichen Verzierungen stammen möglicherweise sogar von Bach selbst.

- Kritische Ausgabe der frühesten bekannten Notenhandschrift Johann Sebastian Bachs
- Bedeutende Werke des norddeutschen Orgelrepertoires des 17. Jahrhunderts.