Der Klavierauszug zu „Les Troyens“ bietet den Text des Werkes in der von Berlioz konzipierten Fassung als eine fünfaktige große Oper. Während der kompositorischen Arbeit in den Jahren 1856 bis 1858 und darüber hinaus bis zum Juni 1863 sah Berlioz „Les Troyens“ als eine Einheit an. Die Form, in der die Komposition bisher vornehmlich bekannt war, nämlich die Teilung in zwei Opern: „La Prise de Troie“ und „Les Troyens à Carthage“, war den Zwängen der Aufführung geschuldet.

Berlioz begann im April 1856 in Paris mit der Niederschrift des Librettos und beendete die Arbeit am 26. Juni desselben Jahres. Der dramatische Stoff der Akte III bis V ist geschlossen dem 1. und 4. Buch der Aeneis entnommen, während die beiden Troja-Akte I und II in freierer Form den Erzählungen in Vergils 2. Buch der Aeneis nachgestaltet sind. Berlioz schrieb im Mai 1861: „Ich bin sicher, dass ich ein großes Werk geschaffen habe, größer und erhabener als alles, was bis heute geschrieben wurde.“

Der Klavierauszug basiert auf der dreibändigen Partitur-Ausgabe der New Berlioz Edition sowie dem einbändigen Klavierauszug, der unter Berlioz´ Aufsicht in den Jahren 1861/1862 privat gedruckt und vertrieben wurde. Der Anhang enthält zwei vollständige Szenen: die Sinon-Szene aus dem I. Akt und das ursprüngliche Finale des V. Aktes. Die deutsche Übersetzung besorgte Simon Werle.