Die Handschrift von Mozarts Konzert-Rondo für Klavier und Orchester hat ein unglaubliches Schicksal erlebt. Das fast vollständige Autograph wurde in den 1830er-Jahren in London blattweise versteigert. Teilweise kamen sogar halbe Seiten unter den Hammer. Wen wundert es da, dass dieses in alle Welt verstreute Original nicht vollständig erhalten ist?

Heute sind von Mozarts Partiturhandschrift große Teile wieder bekannt, doch gibt es nach wie vor erhebliche Lücken. Die einzige Quelle, die das gesamte Werk dokumentiert, ist ein Arrangement für Klavier solo aus der Feder des Komponisten Cipriani Potter (1792–1871). Noch vor der Versteigerung fertigte er sein Arrangement an und veröffentlichte es 1838 mit dem Hinweis: „Arranged from the Original Score in the Authors own hand writing.“ Im Vergleich mit dem erst vor wenigen Jahren wieder gefundenen Schluss zeigen sich Potters Eigenmächtigkeiten. Dieser originale Schluss wird in der neuen kritisch-praktischen Ausgabe, die auf Potters Erstausgabe beruht, zusätzlich aber auch die Fragmente des Autographs vergleichend heranzieht, als alternative Ausführungsmöglichkeit beigefügt. Da von Mozart für dieses Werk keine Kadenz überliefert ist, wird ergänzend ein Kadenzvorschlag des Herausgebers abgedruckt. Potters Arrangement bewahrt die außergewöhnliche Klangschönheit von Mozarts Original auch für Darbietungen mit Klavier ohne Orchester. Die Ausgabe macht diese wichtige Quelle wieder für die Praxis zugänglich.

- Ein bedeutendes Mozart-Dokument – nun wieder für die Aufführungspraxis verfügbar
- Erstmals Potters Arrangement und vergleichend Mozarts fragmentarische Handschrift kritisch-praktisch ediert
- Ein großes, konzertantes Solo-Werk als Repertoiregewinn für Klavier
- Vorwort in deutsch und englisch