Leos Janaceks Kantate „Das ewige Evangelium“ für Sopran, Tenor, gemischten Chor und Orchester basiert auf einer mittelalterlichen Legende. Ein Engel verkündigt dem Zisterziensermönch Joachim de Fiore das Kommen des Reiches der Liebe auf Erden. Janácek hat den Text als eine dramatische Szene zweier handelnder Personen angelegt. In Gegenüberstellung mit den beiden Personen entfaltet sich der Part des Chores bis zur Schlusssteigerung, in der das Volk „ Alleluia “ singt und die Botschaft von der Verbrüderung aller Geschöpfe empfängt.

Im Œuvre Leos Janaceks nimmt „Das ewige Evangelium“ eine besondere Stellung ein. Die träumerische Atmosphäre und emotionale Wirkungskraft der etwa 20 Minuten dauernden Kantate üben eine ungewöhnliche Faszination aus. Entstanden ist das Werk in einer wenig friedvollen Zeit. Janacek komponierte es im Frühjahr 1914, am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Uraufführung fand im Februar 1917 in Prag statt; der Komponist bearbeitete seine Kantate 1924 noch einmal für eine feierliche Aufführung anlässlich seines 70. Geburtstages.

Der Klavierauszug wurde von Leos Faltus erarbeitet, der einer der beiden Herausgeber des Bandes in der Janacek-Gesamtausgabe ist (Band B/4).