Auch im zweiten Band bleibt der Verfasser seiner Absicht treu, Opern als musikalische Kunstwerke und nicht allein als Handlungen mit Musik darzustellen. Während die meisten Opernführer den musikalischen Gehalt zugunsten der sichtbaren Geschehnisse auf der Bühne vernachlässigen, zeigt Schreiber die musikalischen Bezüge innerhalb eines Werkes auf. Da auch Opern Produkte ihres geistigen und sozialen Umfelds sind, werden die Werkbeschreibungen in Darstellungen ihrer Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte eingebettet. Der zweite Band ist ausschließlich dem 19. Jahrhundert gewidmet. Natürlich sind den beiden Operngiganten Wagner und Verdi eigene Kapitel eingeräumt. Darüber hinaus zeigt sich eine gewisse Vorliebe des Autors für die italienische und französische Oper, ohne dass jedoch die Musikdramatik in Deutschland und den anderen europäischen Ländern vernachlässigt wird. Schreibers Opernführer dient weniger der schnellen Information vor dem Besuch einer Aufführung als der eingehenden Beschäftigung mit der Oper als musikalischem Kunstwerk.