30 Jahre lang wirkte Claudio Monteverdi als Kapellmeister am Markusdom in Venedig. Seine Kirchenmusik aus dieser Zeit ist vom gleichen Geist geprägt wie seine dramatischen Werke: Monteverdi geht es um eine möglichst packende Theatralik und um neue Wege der musikalischen Gestaltung. Linda Maria Koldau stellt Monteverdis venezianische Kirchenmusik in den breiten Kontext von Religion und Frömmigkeit im Venedig des 17. Jahrhunderts.

Biografische Aspekte werden in Hinsicht auf Monteverdis kirchenmusikalisches Schaffen neu beleuchtet, ebenso die reichen musikalischen Traditionen in Venedig. Exemplarische Untersuchungen einzelner Werke – Psalmen, Motetten, Magnificat, geistlicher Madrigale – gehen von der zeitgenössischen Exegese der Texte sowie von spezifischen Vertonungstraditionen aus. Monteverdis Gespür für das dramatische Potenzial der Texte zeichnet sich vor allem im Vergleich mit entsprechenden Psalmvertonungen seiner jüngeren Kollegen ab, die in dieser umfassenden Darstellung der geistlichen Musik der ersten Hälfte des Seicento vorgestellt werden.