Das „Lautenbuch der Elisabeth von Hessen“ spiegelt das Musikleben und die kulturellen Verknüpfungen des Kasseler Hofes unter Landgraf Moritz wider. Zwischen 1605 und 1611 für die musisch begabte Tochter des Landgrafen angelegt, versammelt die Handschrift überwiegend Tanzsätze für Laute in französischer Lautentabulatur sowie Fingerübungen, Etüden und „Finali“, die als Bausteine beim Improvisieren halfen. Unter anderem finden sich Bearbeitungen von Werken John Dowlands, der die Kasseler Residenz zweimal besuchte. Reisen des Hoflautenisten Victor de Montbuysson, einem der Schreiber der Sammlung, brachten den neuesten französischen Stil nach Hessen.

Einer der frühesten Belege für Generalbassaussetzung auf der Laute sind fünfzehn italienische Monodien von Georg Schimmelpfennig. Auch eine Skordatur zum Umstimmen der Laute, wie sie später besonders in der französischen Musik des 17. Jahrhunderts üblich wurde, zeigt das Lautenbuch auf der Höhe seiner Zeit.

Das Faksimile präsentiert die 200 beschriebenen Seiten des Innenteils und gibt auch einen Eindruck von den Rosetten und floralen Mustern des originalen Umschlags.