Die Musikgeschichte hat sich immer wieder mit der „Entstehung des Komponisten“ in der Renaissance befasst, d.h. mit dem Auftauchen eines namentlich genannten Autors musikalischer Kompositionen, der als selbstbewusstes Individuum aus dem Schatten der mittelalterlichen Anonymität hervortritt.

Michele Calella versucht, das verbreitete Gesamtbild dieser Frühphase europäischer Musikgeschichte im Hinblick auf die Figur des Komponisten zu differenzieren.
Sein Buch bietet eine Reihe kritischer Reflexionen und historischer Analysen, die von der musikalischen Tradition des Klosters St. Gallen um 900 bis zum Streit zwischen dem Musiktheoretiker Giovanni Maria Artusi und Claudio Monteverdi in der Zeit um 1600 reichen.