Nikolaus Harnoncourt wird 80 Jahre alt (2009), Zeit für ein Resümee: In zahlreichen Gesprächen mit Musikjournalisten entfaltet der Dirigent, ausübende Musiker und Wissenschaftler seine Vorstellungen von einer möglichst werkgerechten Interpretation. Er weist auf die Schwierigkeiten hin, die sich aus der Aufführung historischer Musik ergeben. Am Beispiel seiner Erfahrungen mit den Werken Mozarts zeigt er deren Vielschichtigkeit und dramatische Spannung auf und trägt dadurch zu einem tieferen Verständnis der Werke des Musikgenies bei. Eingebettet sind diese Mozart-Dialoge in eine Analyse der kulturellen Situation unserer Zeit. Viele seiner Gespräche kreisen hier um die Begriffe Werktreue, Authentizität und Modeströmungen. Harnoncourt unterstreicht die eminente Bedeutung der Kunst im Allgemeinen wie der Musik im Besonderen für die Entfaltung und Bewahrung menschlich-moralischer Werte: „Ein Computer kann nicht musizieren, er kann auch nicht lieben“.

Der vorliegende Band versammelt Texte, Reden, Gespräche von Nikolaus Harnoncourt aus mehr als zwei Jahrzehnten. Viele der Beiträge sind Momentaufnahmen aktueller Arbeitserfahrungen , die sich auch in den Interviews zum Musikleben der 1990er und 2000er Jahre widerspiegeln. Sie bieten interessante Einblicke in die Überlegungen und die Arbeitsweise eines Interpreten, die wesentlich dazu beigetragen hat, die Werke Mozarts zu‚ „entschlacken“, um sie für den heutigen Hörer neu zu erschließen.

- Texte, Reden, Gespräche von Nikolaus Harnoncourt aus mehr als zwei Jahrzehnten
- Resümee zum 80. Geburtstag (2009) des weltbekannten Interpreten
- Analyse der kulturellen Situation unserer Zeit