Bei Bühnenwerken gehen wir heute davon aus, dass ein Regisseur für die Inszenierung zuständig ist und ein Komponist für die Musik, allenfalls auch für Regieanweisungen. In der Musikgeschichte waren diese Rollen längst nicht so getrennt, wie es heute scheint. Dasselbe Libretto wurde etwa im 18. Jahrhundert vielfach vertont, und die Bühnenausstattung arbeitete mit standardisierten Elementen. Der Musik kam daher die Aufgabe zu, den allbekannten Text jeweils neu zu deuten und zu inszenieren.

Die in diesem Band versammelten Beiträge gehen dem Phänomen der Inszenierung durch Musik an Beispielen nach, die sich durch die europäische Musikgeschichte vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert erstrecken.