Beschlagen in allen musikalischen Gattungen seiner Zeit hat Louis Spohr (1784–1859) auch ungewöhnliche Genres bedient und diese bisweilen sogar neu geschaffen. Beispielhaft dafür steht seine groß besetzte, also über die Standardbesetzungen hinausgehende Kammermusik. Sieben Streichquintette, ein Streichsextett, vier Doppelquartette, ein Oktett, ein Nonett, zwei Klavierquintette und ein Klavierseptett dokumentieren Spohrs innovative Produktivität.

David Koch geht in seinen Untersuchungen zu diesem Repertoire auf die kompositorischen Erfindungen als solche ein und beleuchtet eingehend die biografischen, institutionellen und gattungsgeschichtlichen Rahmenbedingungen. Damit leistet er einen Beitrag zur musikgeschichtlichen Positionierung eines oft marginalisierten Komponisten zwischen Hofkapellmeisteramt und bürgerlicher Musikpflege.