Das Konzert für Violoncello und Orchester h-moll op. 104, zweifellos eines der beliebtesten Stücke im Weltrepertoire für Violoncello, ist das letzte Werk, das Dvorak während seines dreijährigen Aufenthaltes in Amerika komponierte, wo er Direktor des National Conservatory of Music in New York (1892–1895) war. Dvorak hatte keine besonders innige Beziehung zum Violoncello als Soloinstrument (er war nämlich überzeugt, dass es nur im Orchester und in der Kammermusik ein schönes Instrument sei, weil nur seine mittlere Lage kultiviert klinge – in seinen eigenen Worten: „oben näselt es und unten brummt es“). Daher ist es interessant, dass er ausgerechnet für Violoncello ein Konzert schuf, das von Künstlern und Publikum auf der ganzen Welt innig und herzlich bewundert und verehrt wird. Der hier vorliegende Titel ist eine kritische Ausgabe auf der Grundlage der Handschrift des Komponisten und ist Teil der ersten Kritischen Gesamtausgabe der Werke A. Dvoraks; in der vorliegenden Edition wurde ausnahmsweise eine neuere Art der Notation für das Violoncello verwendet, und zwar beim direkten Übergang vom Bass- in den Violinschlüssel – in diesen Fällen klingt das Violoncello so, wie es geschrieben ist. Die Klavierbearbeitung des Komponisten hat nach der Partitur für diese Ausgabe Karel Solc ergänzt und revidiert. Den Violoncellopart veröffentlichen wir in der Revision von Ladislav Zelenka, des damaligen Mitglieds des Böhmischen Quartetts.