Die geistige Kantate für Solo, Chor und Orchester entstand als Ausdruck schmerzlicher Erlebnisse nach dem Tod von Dvoraks Tochter Josefa (September 1875). Zur endgültigen Niederschrift des Werkes kehrte der Autor unmittelbar nach einem neuen schweren Schlag des Schicksals zurück, als im Sommer 1877 kurz nacheinander zwei seiner ersten Kinder von ihm gingen. Dvoraks Vertonung des mittelalterlichen Passionstextes von Jacopone die Todi ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Osterfeiertage, daneben erklingt sie jedoch laufend in Konzertaufführungen. In zehn selbständige Teile gegliedert, von denen lediglich die beiden Randnummern thematisch verbunden sind, ist diese Kantate ein menschlich schlichtes und aufrichtiges, bis zu einem gewissen Maße realistisches, dabei groß angelegtes Bild des gefühlten Wandelns aus den Tiefen aufwühlenden Leidens zu den Höhen erbarmungsvoller Gebete. Dadurch und wegen seiner rein musikalischen Qualitäten gehört es zugleich zu den ergreifendsten und erfolgreichsten geistigen Werken der Musik überhaupt. Der Band ist Teil der ersten Kritischen Gesamtausgabe der Werke A. Dvoraks. Der Klavierauszug wurde auf der Grundlage der Kritischen Edition der Partitur von Karel Solc eingerichtet.