Die bildenden Künste spielten als Inspirationsquelle für Petr Eben (1929-2007) immer eine wichtige Rolle. Das Erlebnis von Chagalls Vitrage für die Synagoge in Jerusalem inspirierte den Komponisten zu dem Werk für Trompete und Orgel, das er auf Bestellung einer Galerie in Cheb schrieb. Zur Instrumentalbesetzung bemerkte er: „Die Feierlichkeit der großen Flächen aus buntem Glas rief in mir die Vorstellung der Orgel hervor, und die Sattheit und der Glanz von Bündeln durchstrahlter Farben fügten den schmetternden Ton der Trompete hinzu.“ Für das Zusammenspiel der beiden Instrumente schuf Petr Eben eine originelle Lösung. Beide Instrumente überließ der Komponist einer großen Selbstständigkeit, es streiten sich hier unterschiedliche rhythmische Verläufe, das für Eben typische modale Denken wird mit Atonalität konfrontiert, am Ende hingegen bewirkt die Vereinigung des Klangs von Orgel und Trompete im Unisono einen monumentalen Klangeffekt. Das Werk entstand 1976 und ist eins der am meisten gespielten Stücke von Eben. Die einzelnen Teile des Zyklus sind: Das blaue Fenster, Das grüne Fenster, Das rote Fenster, Das goldene Fenster. Die Orgelstimme richtete Milan Slechta ein, die Trompetenstimme Ladislav Kozderka.