Als Antonin Dvorak im Frühjahr 1876 eine fast vollständige Klavierfassung von 7 Sätzen der geistlichen Kantate „Stabat Mater“ niederschrieb, reagierte er nachträglich auf den Tod seiner kleinen Tochter Josefa (21. September 1875).

Beschäftigt mit anderen Aufträgen konnte der Komponist das Werk nicht vervollständigen. Erst als 1877 unmittelbar nacheinander seine zwei weiteren Kinder Ruzena und Otakar starben, kehrte der plötzlich wieder kinderlose Dvorak zur Kantate zurück, komponierte in Klavierskizzen die übrigen drei Nummern (heute 5–7) und instrumentierte dieses berühmte große Werk.

Die noch nie herausgegebene und sich bis heute in privaten Händen befindende ursprüngliche Klavierfassung wurde nicht vom Komponisten zu einer aufführbaren Gestalt geführt. Sie stimmt jedoch im Wesentlichen mit der endgültigen und heute bekannten Orchesterfassung überein und konnte dadurch von den Herausgebern zu einem neuen Klavierauszug umgestaltet werden. Sie wurde nach der endgültigen Orchesterpartitur korrigiert und ergänzt und mit Vokalstimmen nach der Gesamtausgabe und mit einem kurzen Bericht versehen.

- Eine verblüffend einfache und doch an Klangfarben überraschend reiche Klavierstimme